Schwerin: Ein Paukenschlag, den die FDP Mecklenburg-Vorpommerns (MV) in die Magengrube trifft. Auf dem Landesparteitag am 30. November zeigte sich deutlich: Die Liberalen an der Ostsee haben ein massives personelles Problem – und das ausgerechnet kurz vor dem Start in den Bundestagswahlkampf.
Die Schlüsselposition des Generalsekretärs bleibt vakant, an der Ostsee erstarkt die rechtspopulistische AfD. Währenddessen will sich Ex-Finanzminister Christian Lindner (45), der als Gesicht der unter dem „D-Day“-Skandal strauchelt, „prüfen“.
Ostsee: FDP spielt Rechtspopulisten in die Karten
Dabei war der Plan eigentlich klar: Der bisherige Schatzmeister Sebastian Adler (FDP) sollte das Amt in MV an der Ostsee übernehmen. Doch in einer überraschenden Kehrtwende zog Adler seine Kandidatur zurück – wohl eine Reaktion auf seine schmerzhafte Niederlage in der Abstimmung um die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl. Statt Adler setzte sich im zweiten Wahlgang der Bundestagsabgeordnete Christian Bartelt durch. Eine Niederlage, die Adler offenbar nicht verdauen konnte.
«Wir werden den Generalsekretär über eine Verteilung der Aufgaben unter den Stellvertretern abbilden müssen. Anders kriegen wir das nicht hin», räumte FDP-Landeschef René Domke zerknirscht ein. Von Aufbruchstimmung ist bei den Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern derzeit wenig zu spüren. Stattdessen überschatteten offene Personalquerelen den Parteitag an der Ostsee, der eigentlich als Auftakt in einen selbstbewussten Wahlkampf gedacht war.
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Ostsee: AfD auf der Überholspur
Während die FDP intern strauchelt, zieht die rechtspopulistische AfD an der Ostsee an den Etablierten vorbei. Laut jüngsten Umfragen könnte sie bei der Bundestagswahl in der Region erneut kräftig zulegen. Gründe für den Erfolg gibt es viele: Die AfD punktet mit Themen wie Migration, die gerade in ländlichen Gebieten stark polarisieren. Zudem profitiert sie von einer verbreiteten Unzufriedenheit mit der Ampel-Regierung in Berlin, die auch der FDP zusetzt.
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Hinzu kommt: Die AfD wirkt – im Gegensatz zu den Liberalen – momentan gut organisiert. Ihre Strukturen im Nordosten, ohnehin stark, sind in den letzten Jahren weiter gewachsen. Die Partei weiß, wie sie Unzufriedenheit in Stimmen ummünzt. In der Ostsee-Region, die ohnehin als anfällig für Protestwahlen gilt, bringt ihr das einen klaren Vorsprung. (mit dpa)